Klasse Vera Bourgeois

 


 
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Marcus Gründel

geboren 16.03.1974 in Wolfenbüttel
1994 Abschluss einer relativ normalen Schullaufbahn mit Abitur
1994 Gründung des Skateboardvereins SC Walhalla e.V. in Wolfenbüttel
1994 –1995 Zivildienst beim DRK
1998 dreiwöchiger Arbeitsaufenthalt in New York / Emmaus House
1999 Aufnahme des Lehramtstudiums Kunst an der HBK Braunschweig
1999-2000 Grundstudium bei Mara Mattuschka
2000 Vordiplom Freie Kunst
2001 Bestehen der künstlerischen Aufnahmeprüfung an der HBK Braunschweig
2001 Mitglied der Klasse von John Armleder
2002 dreimonatiges Erasmus Stipendium an der Wimbledon School of Art, London
2002 Aufnahme des Studiums der Kunstwissenschaft an der HBK Braunschweig
seit 2004 Tutor Klasse John Armleder
Oktober 2004 Fertigstellung des Buchprojektes “Yellow Pages“ mit Ingo Rabe und Karsten Trappe
2005 Gründung des Projektraums „depot223“ in Berlin zusammen mit anderen Künstlern
28.04.2005 Ausstellungseröffnung im „depot223“ mit Björn Geipel, Sybille Zeh, Christian Nolting, Dennis Feser und Gordon Castellane
Mai 2005 depot223 wird in Kunstklub Berlin umbenannt, seitdem Organisation und Betreuung monatlicher Ausstellungen im Kunstklub Berlin (www.kunstklubberlin.net) bis Dezember 2005
seit September 2005 Organisation und Betreuung des Lovely Shanghai Music Projects, ein Musikprojekt von team404
November 2005 erstmalige Präsentation des Lovely Shanghai Music Project im Kunstverein Hannover
April 2006 Abschluss der studentischen Laufbahn mit dem Diplom mit Auszeichnung für Freie Kunst
Mai 2006 Reise nach Shanghai und dortige Ausstellung im Zendai MOMA mit dem Lovely Shanghai Music Project

Ausstellungsbeteiligungen

1999 Lovely Music , Forum Junge Kunst , Wolfsburg*
2002 Yellow Pages Part One , Turm Gallery, Helmstedt*
2002 Frozen Microwave Music, Gasthof Manifesta, Frankfurt a.M.*
2003 Monorail, Braunschweig*
2003 Erdmöbel, Hannover
2003 Never Mind your Step, Palazzo Gallery, Liestal, Schweiz*
2004 Home Alone, Stiftung Starke, Berlin*
2004 Bodie, Braunschweig*
2004 Yellow Pages et autres projets du team404, MAMCO, Genf, Schweiz*
2005 Milky Way, Braunschweig*
2005 Entsorgungspark für funktionslose Kunst, Kunstverein Hildesheim
2005 Lovely Shanghai Music, Kunstverein Hannover*
2006 Lovely Shanghai Music, Zendai Moma, Shanghai

* in Kooperation mit team404

Text und Buch

2004 Katalogtext für Joung-A Lee, Saar Ferngas Förderpreis Junge Kunst 2004
2004 Yellow Pages
2005 Katalogtext „Dropping“ im Katalog zur Ausstellung der Klasse Frances Scholz “Es lebt sie werden sehen, wie es eine Stadt durcheinander bringt“


 


chutney (2006)

Acht zehn Meter lange schwarze Kabel bilden einen französischen Zopf und enden in einer Strahlenrosette aus Leuchtstoffröhren hoch oben an der Wand.












corner (2006)

Eine Konstruktion bestehend aus drei baugleichen Rampen wird in einer Ecke des Austellungsraumes aufgebaut. Skateboarder befahren die Rampen und versuchen, die Ecke zu umfahren. Die Wand des Ausstellungsraumes wird dabei ebenfalls von den Rollen berührt. Dies findet vor der Ausstellung unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt und ist Teil der Arbeit. Das schwarze Quadrat besteht aus einer bitumenhaltigen Spezialfarbe und bildet den Bezug zur Straße; dem Ort an dem die Lebenskultur der Skateboarder stattfindet. Skateboarder bewegen sich in der Stadt und haben ein waches Auge bezüglich der Nutzbarkeit der angebotenen Stadtarchitektur als Skateboardterrain. Fast alles ist befahrbar und zeigt später die Spuren des Gebrauchs. Der nach innen gerichtete Winkel einer Ecke macht es unmöglich, sie als Skateboarder zu benutzen. In meiner Konstruktion ist es möglich. Die zurückbleibende Spur aus dem Stadtstaub der Rollen hinterlässt einen nahezu perfekten Kreis, der eine weitere geometrische Grundfigur anschneidet: das Quadrat. Es ist möglich, die gesamte Skulptur bestehend aus drei Rampen oder nur den oberen Teil mit dem schwarzen Quadrat oder die Wand selbst ohne die Rampen während einer Ausstellung zu präasentieren.
 



 

 

   



 


hey-hey my-my, my-my he-hey (2006)
 



   


Mein Projekt hey-hey my-my, my-my he-hey untersucht das Hörverhalten von Schallplattenkäufern weltweit.
In den meisten Plattengeschäften auf diesem Planeten stehen ein bis acht (oder mehr!) Plattenspieler bereit, die es den Kunden ermöglichen, die Schallplatte, für die sie sich interessieren über Kopfhörer anzuhören.

Die Arbeithey-hey my-my, my-my he-hey besteht nun aus Aufnahmen von diesem Probehören, die in Plattenläden aus Bejing, London, New York, Los Angeles und erstellt werden. Die Auswahl der Geschäfte erfolgt aufgrund ihres jeweiligen Status als Koryphäe in der ausgesuchten Metropole.


Die Aufnahmen werden mit Hilfe der jeweiligen Ladenbesitzer vollzogen und sind primär keiner bestimmten Auswahl unterworfen. Eine neue Aufnahme startet, sobald sich ein neuer Hörer an dem Plattenspieler aufhält. Verlässt der Hörer kurz den Plattenspieler, um sich eine neue Platte auszusuchen, oder stoppt das Probehören bei ein und derselben Person aus anderen Gründen, läuft die Aufnahme weiter. Dabei ist es sehr wichtig, dass der Hörer nichts von dem Mitschnitt seines Probehörens erfährt. Neue Person = neue Aufnahme!
Diese neuen  Aufnahmen, die durch eine direkt Verbindung zwischen Plattenspieler und MD-Recorder entstehen, werden wiederum auf Vinyl geritzt.
Die Herstellung von neuen Vinylschallplatten aus den Mitschnitten beherbergt für mich den Gedanken über die Entstehung einer Abschrift, von dem was auf den Originalschallplatten eigentlich zu hören ist. Die Abschrift von bevorzugten Sounds, die nach einer Auswahl von mir unbekannten Menschen erklingen.
Auf den neuen Platten befinden sich Auszüge von Konzentrationen auf bestimmte Hörvorlieben/-verhalten von Musikliebhabern.
Dabei interessiert mich natürlich auch, inwieweit seitens der Ladenbesitzer eine Kooperation erfolgt und ob dies wiederum mit der Musikrichtung (demzufolge auch mit dem Publikum), der Geschäftsgröße, Landesmentalität und Verständlichkeit meiner Formulierungen im Anfragebrief zusammenhängt.

 Es kommt mir darauf an, alle tonalen Ereignisse auf dem Plattenspieler einzufangen.
 An welcher Stelle setzt die Nadel ab? wie lange hat die Nadel Kontakt zum Vinyl? springt die Nadel? mit welchen Umdrehungen (33rpm/45rpm) läuft die Platte? welche Spielereien vollzieht der Hörer (scratches, pitching, spinning ...)? Befindet sich Staub auf der Platte? sind nur einige der Ereignisse, auf die sich mein Interesse stützt.


Die Anzahl der Schallplatten hängt vom Fortschritt der Forschungen ab und kann jederzeit erweitert werden. Zur Zeit befinden sich drei Schallplatten mit Aufnahmen von Rough Trade Records London in dem Sockel.
In unmittelbarer Nähe zum Sockel besteht die Möglichkeit, die Schallplatten mittels eines Technics1210er Plattenspielers und Kopfhörern anzuhören.